Nasse Wände sind oft ein typisches Bild auf der Hofseite eines Mehrfamilienhauses. Meist befand sich im Hof die Fäkalien-Grube, aus der die Salze, hier Nitrate (Mauersalpeter), in den angrenzenden Boden gelangten und von dem Mauerwerk aufgenommen wurden. Die Folge ist eine hohe Mauerfeuchte wegen der hygroskopischen Eigenschaften der Salze.
Der Außenputz hat die Aufgabe eines Witterungsschutzes, fehlt dieser, so kommt es zur Durchfeuchtung des Mauerwerkes mit allen Folgeschäden.
Gipsputze sind billig und lassen sich gut verarbeiten und werden daher überall verwendet. So sieht eben ein Kellerputz bei einem neuen Gebäude aus. Ein Kalkputz oder Kalkzementmörtel hätte die Baufeuchte und die undichte Stelle an der Terrasse sicherlich besser überstanden.
Nach einem Wasserleitungsschaden wächst dieser "schöne" holzzerstörende Pilz aus dem Asphaltfußboden des Erdgeschosses. Aus Kostenersparnisse wurde auf einen ordentlichen Fußbodenaufbau verzichtet. Man hatte die Dielung und die Lagerhölzer liegen lassen und das Holz luftdicht verschlossen.
Hier ein Beispiel der Salzausblühung direkt unter dem Dachbereich, wo es viele Jahre hinein geregnet hatte. Die Ziegel sind bereits stark durch den Salzdruck zerstört.
Die Standzeit des Mauer- und Putzmörtels vom Baumarkt ist im normalen feuchte- und salzbelastetem Außenbereich sehr gering. Bereits nach kurzer Zeit ist der ohnehin geringe Bindemittelanteil weg.
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Es handelt sich hier um die Wand einer äußeren Kellertreppe zum ehemaligen Waschhaus. Zusätzlich zu der Bodenfeuchtigkeit kommt die Feuchtigkeit des defekten Fallrohres der Dachentwässerung an der Rückseite.
Das sehr alte Gebäude steht etwas am Hang, so wird das Kellermauerwerk aus Naturstein zusätzlich durch Hangwasser belastet. Durch höhere Luftfeuchtigkeit haben die Deckenbalken aus Holz wegen der Gleichgewichtsfeuchte genügend Feuchtigkeit und wurden durch holzzerstörende Insekten und am Randbereich auch durch Pilze befallen.
Durch die kaputte Dachentwässerung wurde die Fassade mehrere Jahre durchnässt. Hier im Keller fehlt vollständig der Putz und an der Gewölbedecke zum Erdgeschoß hatte sich ein Fruchtkörper von Echten Hausschwamm (Sepula lacrimans) gebildet. Die hohe Salzbelastung der Ziegelsteine ist gut erkennbar.
Starke Salzausblühungen an der Oberfläche eines sehr harten Zementputzes mit einem alten Anstrich mit Ölfarbe. Mit dem Putz hatte man versucht die Mauerfeuchtigkeit fern zu halten.
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