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Sind die verheerenden Folgen es Hochwassers vermeidbar?

Es fällt mir nicht leicht, nach den letzten Ereignissen der Hochwasser darüber zu schreiben. Es gehört nicht zu meinem Fachgebiet aber als Ingenieur fallen mir einige Sachverhalte auf, welche die Situationen in ihrem Ausmaß verschlimmern. Zu nächst, Wetter hat nicht mit Klima zu tun. An dieser Stelle auf die Ausführungen Herr Dr. Wolfgang Thüne verwiesen werden, er kann die Unterschiede viel besser erklären als ich. Die Hochwassersäule in Wehlen zeigt sehr deutlich, dass das Wetter nichts mit einer menschengemachten Klimaerwärmung zu tun hat.

Immer wieder verursacht ein Hochwasser enorme Schäden und es kostet für viele Menschen und Tiere das Leben. Ganze Landschaften werden verwüstet.

Das Wasser der Niederschläge sammelt sich in Rinnsale, Bäche und dann in kleine und größere Flüsse. Das Wasser hat sich über eine sehr lange Zeit seine Bahn gesucht. Dies ist an den Tälern und Schluchten sowie an den Auen zu sehen. Der Mensch hat aber auch die Gabe genau in diesen landschaftlichen Abschnitten zu siedeln. Er weiß genau, dass ab und zu das Wasser der Bäche und Flüsse über die Ufer tritt oder das die natürlichen Auen überflutet werden. Überflutungen durch Hochwasser sind nicht neu2). Das zeigt die Pegelangabe in Wehlen bei Dresden an der Elbe.

hochwasser-saeule-wehlen
Hochwassersäule in Wehlen

Hochwasser kommt nicht nur in Deutschland vor. Letztes Jahr im Sommer kam es auf der Ostseite der ukrainischen Karpaten zu großen Überschwemmungen, welche ebenso ganze Dörfer Unterwasser setzte und Straßen wegriss. In diesen bewaldeten Bergen erfolgt ein illegaler Holzeinschlag. Jeder Baum kann eine enorm große Menge Wasser zurückhalten. Die Schäden durch die Sturzbäche hätten viel geringer sein können. Die Entwaldung des Osterzgebirges ist seit langer Zeit für die Überschwemmungen in der Vergangenheit in Sachsen verantwortlich.



Quelle: Google-Maps, auf dieser Karte sieht man den Verlauf der alten Elbe mit den alten Elbearmen bzw. Restlöchern.


Hier sieht man sehr deutlich, dieser Ort befindet sich im ursprüngliche Flussbett Juli 2021 1)

Nachfolgend ein Beispiel der menschengemachten Überschwemmung. Bei der Errichtung eines neuen Wohngebäudes (Slevogtstraße in Leipzig) erfolgte ein Bodenaushub für die Tiefgarage. In der Grube sieht man deutlich das gemauerte Gewölbe für die Kanalisation, welches einfach durchtrennt und zerstört wurde. Es handelt sich hierbei aber um einen unterirdisch verlegten Bach, was den Bauherrn nicht störte. Historisch floss hier ein Bach entlang. Beim nächsten größeren Regen sieht man sehr deutlich den Verlauf des ursprünglichen Flussbettes bis in die Elster, oberirdisch auf der Straße. Unterhalb der Straße liegt ein Staudruck an der durchtrennten Kanalisation und der neuen Kellerwand der Tiefgarage vor. Es ist nur eine Frage der Zeit, wenn eine ausreichend große Ausspülung am Kellermauerwerk und unter der Straße vorliegt.

Baustelle Baugrube
Durchtrennte Kanalisation
Überschwemmung

Ein Bild von den Schäden der Überschwemmung in NRW (Erftstadt) im Juli 2021 *) ist sehr merkwürdig. Mir selbst, war aufgefallen, dass um das Abflussrohr eine ungewöhnlich große Ausspülung erfolgte. Noch ungewöhnlicher ist der im Bild unten links nicht zusehende viele Meter tiefer Erdeinbruch, wo das Wasser regelrecht in der Erde verschwand. In der Zwischenzeit gehen einige Kollegen davon aus, dass es sich bei dem Rohr um einen unterirdisch verlegten Bach handeln könnte. Auch wenn dieser Querschnitt falsch berechnet wurde, so hätte diese Wassermassen auch nicht abgeführt werden können. Wer etwas von Strömungsdynamik versteht, der weiß, je kleiner der Durchmesser ist, so größer ist der Druck!! Können sich die Wassermassen ausreichend ausbreiten, so geringer ist die Wasserströmung, Gebäude können zwar unter Wasser stehen und bei ausreichender Standsicherheit werden diese nicht einfach weggespült. Wurde in diesem Fall der Bach unterirdisch verlegt, so handelt sich hier um einen eindeutigen Planungsfehler!!!, welcher nicht nur unnötig hohen materiellen Schaden verursachte, sondern sicherlich auch das Leben von Menschen gekostet hat.

freigespülte Leitung, bei Hocfhwasser in NRW 2021

Welche Häuser werden durch Hochwasser besonders gefährdet:

1) Mehr Informationen erfahren Sie im Telegramkanal

2) Ausgewählte Flutkatastrophen in der Vergangenheit Quelle: https://t.me/eburd1/240
"12. Jänner 1219 Marcellusflut Nordsee (36000 Tote)
Juli 1342 Magdalenenhochwasser Elde, Oder, Rhein, Main (6000 Tote)
1362 Zeite Marcellusflut an der Nordsee (ganz Rungholt ging unter)
1480 Rhein & Aare Hochwasser: betraf den gesamten Alpenraum & die Nordwestschweiz,
1501 Hochwasser Mitteleuropas (Süd & Ostdeutschland, Alpenraum, Böhmen)
1572 Donauhochwasser war das schwerste Hochwasser des Jh.s.
August 1598 Hochwasser, Salzach, Inn, Donau
1613 die Thüringer Sintflut (2261 Tote)
1670 Donauhochwasser im Herzogtum Enns
1736 Donau & Oderhochwasser gilt als das schwerste Hochwasser des Jahrtausends
1787 ganz Mitteleuropa wird von Hochwasser heimgesucht
1827 Mur-Hochwasser in Graz
1845 Elbhochwasser
1854 Rheinhochwasser
1882/1883 Oderhochwasser. Flutkatastrophe von
1953 Sturmflut"
1954 Hochwasser in Bayern und Sachsen
"1962 an der Nordsee (340 Tote) usw..."


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