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8. 2 Die Eigenschaften ausgewählter Baustoffe

8.2.1 Baustoffe für die Innenverkleidung

Für die Innenverkleidung werden verbreitet gipshaltige Baustoffe, als Gipskartonbauplatte oder als Gipsfaserplatte verwendet.

Gipskarton-Verbundplatten vorgefertigte Dämm- und Verkleidungselemente, bestehend aus Gipskartonplatten mit aufkaschierten Dämmplatten (PS), ggf. unter Zwischenlage einer Dampfsperre.

Gipskartonbauplatten CaS04 . 2H2O, (GKB) DIN 18 180, werkmäßig gefertigte Platten für Wand- und Deckenverkleidungen, bestehend aus einem Gipskern, der beidseitig mit festhaftendem Karton beschichtet und mit Stärkederivat verleimt ist. Dadurch wird die Festigkeit und Elastizität der Platte erzielt. Parallel zur Kartonfaser sind die Festigkeit und Elastizität größer als quer zur Faser. Plattendicke: 9,5, 12,5, 15, 18, 20, 25 (Fireboard 30) mm. Durch die Zugabe bestimmter Stoffe in den Gips werden die Eigenschaften verändert, z. B. höhere Beständigkeit bei Brandlasten durch Glasfasern oder günstigere Eigenschaften gegenüber einer kurzzeitigen Feuchtebelastung.
(Fireboardplatten müssen bei Stützen und Trägern stirnseitig (Stahlklammer nach DIN 18182) geklammert werden, Verschraubung ist nur zulässig bei einer Unterkonstruktion mit CD-Profilen. [160])

Gipskartonbrandschutzplatten: (GKF), CaS04 . 2H2O Karton, Gips mit Glas- oder Mineralfaser verstärkt, verbessert den Gefügezusammenhalt im Brandfall, Brandstoffklasse A2 nach DIN 4102.

Gipskartonimprägnierplatten: (GKBI), CaS04 . 2H2O Karton mit Silikonimprägnierung, dadurch erfolgt eine verzögerte Wasseraufnahme gegenüber anderen Gipskartonplatten. In der Regel ist der grüne Karton zusätzlich mit Fungizid versehen.

Gipsfaserplatten: CaS04 . 2H2O mit Papierfasern (Cellulosefasern) verstärkt und imprägniert. Die Fasern sind gleichmäßig verteilt und bilden eine Armierung. Meist Baustoffklasse A 2. Verlegung erfolgt mit 5 mm Fuge, die voll ausgespachtelt wird. Bewehrungsstreifen sind nicht erforderlich.

Tabelle 9: Lieferform der Gipskartonplatten [131]

Dicke [mm] Breite [mm] Länge [mm] Gewicht [m²/kg]
9,5 1250 (500) 2000 – 4000   8 -10
12,5 1250 2000 – 4000 10 -13
15 1250 2000 – 3000 13 -16
18 1250 2000 – 2500 15 -19
20 625 2000 – 2500  
25 625 2500 – 3500 20 – 26

Tabelle 10: Lieferform Gipsfaserplatten [131]

Dicke [mm] Breite [mm] Länge [mm] Gewicht [m²/kg]
10 1000 1500 11,5
10 12,5 15 1245 2500 11,5 15 18
12,5 15 1245 2750 15 18
12,5 15 1245 3000 15 18

Der pH-Wert einer Gipslösung liegt bei etwa 7 und ist somit chemisch neutral. Das Wasser ist chemisch als Kristallwasser gebunden. Gips hat eine gute feuchteregulierende Wirkung, das heißt, Feuchtespitzen werden schnell abgebaut. Die „gespeicherte“ Feuchtigkeit wird anschließend wieder an die Raumluft abgegeben. Dazu darf jedoch keine diffusionsdichte Farbbeschichtung aufgetragen sein. Die Feuchtregulierung funktioniert nur in normal genutzten Wohnräumen.

Liegt die Luftfeuchtigkeit in dem Raum über eine längere Zeit hoch, so kann keine ausreichende Abtrocknung erfolgen und die Papieroberfläche bzw. die Papierfasern werden durch Schimmelpilze, wie z. B. von Alternaria und Cladosporium-Arten, die eine grauschwarze Verfärbung verursachen, befallen. Auch wenn die „grünen“ Gipsplatten Feuchtraumplatten genannt werden, sind sie nur für Badräume oder Küchen in der Wohnung gedacht, wo nach einer kurzen Feuchtebelastung durch Wasserdampf eine vollständige Abtrocknung gewährleistet ist.

Die Knauf Cleaneo-Platte ist eine katalytisch wirkende Gipsplatte und dient zur Verbesserung der Raumluft. Das Additiv ist ein mineralisches Gesteinsmehl vulkanischen Ursprungs. Das Zeolith ist ein natürlicher Katalysator, der sich selbst chemisch nicht verändert aber die Geruchsstoffe, wie Zigarettenrauch, Ammoniak, Formaldehyd, aromatische oder chlorierte Kohlenwasserstoffe u. a. in niedermolekulare Verbindungen, wie Wasser oder Kohlendioxid abbaut. Die Platte gehört der Baustoffklasse A2 an. Vom Hersteller wird eine Belegungsrate von mindestens 0,2 m²/m³ Rauminhalt empfohlen. [158]

Die Druckfestigkeit senkrecht zur Plattenebene liegt bei der GKF > 5 N/mm² und bei der Knauf Diamant > 10 N/mm². Diese Neuentwicklung hat auch günstigere feuchte- und schallschutztechnische günstigere Werte. Die PCM Smatboard nutzt die Latentwärme. Wird es sehr warm, so schmilzt der in der Platte befindliche Wachs und nimmt Wärme auf und gibt diese bei Abkühlung wieder ab. 2 x 1,5 cm dicke Platten haben so das gleiche Wärmespeichervermögen wie eine Wand aus 25 cm Ziegel oder 18 cm Beton.

Gipsbauplatten
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,21-0,28
Diffusionswiderstandszahl μ 8-11
Gewicht kg/m3 900-1180
Günstige ökologische Aspekte Wärme- und schalldämmende Konstruktion möglich, feuchteausgleichend, günstige Herstellungskosten, trockene, schnelle und einfache Bauweise, lokaler Baustoff, unbrennbar, resistent gegen Ungeziefer, geringes Gewicht.
Negative ökologische Aspekte Zum Teil nässeempfindlich daher imprägnierte Feuchtraumplatten, Konstruktion (Metall) leitet elektrische Felder, kritisch bei Nässe, daher nicht für Außenbereich und Räume mit höher Feuchtigkeit; blüht bei Feuchtigkeit aus.


Holz
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] Nadelholz 0,14; Hartholz 0,2
Diffusionswiderstandszahl μ 15-40 je nach Faserrichtung
Gewicht kg/m3 450 – 800
Günstige ökologische Aspekte Raumklimatisierend, naturnahes Wohnklima, hohe Druck- u. Biegezugfestigkeit, günstige Herstellungskosten, trockene Bauweise, leichter Baustoff, luftreinigend, Oberfläche handwarm, schnelle Bauweise, lokal verfügbar.
Negative ökologische Aspekte Geringe Schalldämmung, Schwinden und Quellen, Pilz- und Insektenbefall bei nassem Holz.

Die Eigenschaften einschließlich des Holzschutzes werden ausführlich im Punkt 8.3. beschrieben.

Polystyrol, PVC, Paneel mit Kunststoffbezug und Metallfolien
Diese Baustoffe sollten wegen des ungünstigen Adsorptionsverhaltens (Feuchtregulierung), des hohen Energieaufwandes bei der Herstellung (Umweltbelastung), die gesundheitlichen Bedenken von Vinylchlorid und weiterer negativer ökologischer Aspekte möglichst nur sparsam zum Einsatz kommen.

Spanplatten
Spanplatten (DIN 68 761 bis 68 765) werden aus kleinen Holzteilen und/oder anderen holzartigen Faserstoffen (Hanf- oder Flachsschäben) hergestellt und mit Bindemittel verpresst. Als Bindemittel kommen sowohl härtbare Kunstharzleime als auch Zement, Gips oder Magnesiabinder infrage. Man unterscheidet Flachpressplatten und Strangpressplatten. Die Einteilung erfolgt in Holzwerkstoffklassen.

20 für allgemein niedrige Luftfeuchte, nicht wetterbeständige Verleimung, Bindemittel Aminoplast. (Dauerhaft begrenzte Freisetzung von Formaldehyd.)

100 der allgemeinen Aussage zur Beständigkeit gegen hohe Luftfeuchtigkeit mit begrenzt wetterbeständige Verleimung kann sich nicht angeschlossen werden. Holz unterliegt der biologischen Zerstörung durch Holz schädigende und Holz zerstörende Pilze sowie neigt zu Schimmelpilzbefall. Ein Einsatz in feuchten Kellerräumen oder als Fußbodenplatte über feuchte Kappen ist nicht zu empfehlen. Eine kurzzeitige hohe Luftfeuchte mit anschließender ausreichender Abtrocknung ist ohne Probleme möglich. Bindemittel: alkalisch härtende Phenolplaste, Phenolresorcinharze. (Setzt praktisch kein Formaldehyd frei.)

100 G Wie 100 nur zusätzlich mit einem Holzschutzmittel gegen Pilzwuchs geschützt. Damit ist diese Spanplatte für den Innenraum nicht zulässig, vgl. DIN 68 800. Auch hier führt eine ständige hohe Feuchte zur Zerstörung des Werkstoffs trotz Holzschutzmittel. Eine kurzzeitige hohe Luftfeuchte mit anschließender ausreichender Abtrocknung ist ohne Probleme möglich. (Holzschutzmittel sind im Innenraum nicht zulässig!)

Als Bindemittel von Holzwerkstoffen werden hauptsächlich Phenolformaldehydharze (PF) sowie Aminoplaste: Melamin-Formaldehydharz (MF) und Harnstoffformaldehydharz (UF) verwendet.

Bei Phenolharzverleimungen treten Formaldehydemissionen nahezu nicht auf, sie werden bei Aminoplastverleimungen beobachtet. Die Ausdunstung erhöht sich mit wachsender Temperatur und Zunahme der relativen Luftfeuchte von 35 auf 80 %. Bekannt ist, dass die Formaldehydabspaltung bei entsprechenden Bedingungen (Temperatur und Feuchte) über ein Jahr und länger andauern kann. Nach 8 Monaten Lagerzeit verringert sich das Formaldehydniveau deutlich.

Klassifizierung von Spanplatten, die Emissionsklasse E 1 (Formaldehydabgabe < 0,1 ppm). Bei Überschreitung dürfen beschichtete oder unbeschichtete Holzwerkstoffe nicht in den Verkehr gebracht werden.

Formaldehydfreie Spanplatten sind, wenn sie nicht mit Gips, Kalk oder Zement gebunden sind, fast immer mit Kleber gebunden, die Diisocyanate enthalten. Die Härterkomponente ist immer ein Diisocyanat. Bei der Spanplattenverleimung kann aus Diphenylmethan-4,4’-diisocyanat durch Hydrolyse, das heißt durch die verändernde Wirkung von Wassermolekülen, das im Tierversuch krebserregende 4,4’-Diaminodiphenylmethan entstehen; zugleich entsteht Kohlendioxid. Bei großflächiger Anwendung bleibt die Raumluft auch nach dem vollständigen Abbinden noch stark belastet. Der MAK-Wert liegt bei 0,01 ppm bzw. ml/m3. Isocyanate sind außerordentlich starke Allergene, die asthma- oder heuschnupfenähnliche Symptome hervorrufen. Die Asthmaanfälle können bereits bei einem Zehntel des o. g. MAK-Wertes ausgelöst werden. [132, 133] Soll auf Spanplatten zugunsten anderer Verkleidungsmaterialien nicht verzichtet werden, muss die Produktwahl und durch konstruktive Vorkehrungen versucht werden, die Ausgasung auf ein tolerierbares Maß zu begrenzen. Die feuchtbeständigen Spanplatten vom Typ V100 setzen praktisch kein Formaldehyd gegenüber den billigeren V20 frei. Zu beachten ist, dass auch Baukleber und –leime, Einbaumöbel, Zigarettenrauch, offene Flammen, Reinigungs- und Desinfektionsmittel Formaldehydquellen sind. [134] Die Güteüberwachung für Spanplatten liegt bei der Gütegemeinschaft Spanplatten e.V. in 35392 Gießen, Wilhelmstr. 25

8.2.2 Übersicht und Eigenschaften der Dämmmaterialien

Schafwolle
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,035 – 0,045
Diffusionswiderstandszahl μ 1 – 2
Gewicht kg/m3 10 -35
Günstige ökologische Aspekte Günstige Energiebilanz; nachwachsender Rohstoff; hoher Flammpunkt 560ºC schwer brennbar B2, gute Wärmedämmung; diffusionsoffen; feuchteausgleichend; langlebiges Produkt; elastisch; sorptionsfähig, hygroskopisch, kapillarleitfähig; Einsatz Decken, Fußboden, geneigtes Dach.
Negative ökologische Aspekte Zum Teil festigkeitssteigernde Einlagen aus Polypropylengitter oder Polyesterstützfaser; chem. Insektenschutzmittel (Eulan) 4-8 % Borsalze als Flammenschutz.

Schafwolle ist selbstverlöschend, die Wolle brennt nicht, sondern schmilzt, ohne abzutropfen. Sie gehört der Brandschutzklasse B2 an und darf somit nur in Wohngebäude mit maximal zwei Vollgeschossen eingebaut werden. Wolldämmstoffe sind nur für einen Teil der technischen Anwendung geeignet und ihr technisches Langzeitverhalten ist kaum erprobt. [135]

Hanf
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,05 Schüttung; 0,055 Dämmplatte
Diffusionswiderstandszahl μ 1 – 2 Schüttung; 10 – 15 Dämmplatte
Gewicht kg/m3 20 – 30
Günstige ökologische Aspekte Heimisches Produkt; wieder verwertbar; diffusionsoffen; feuchteausgleichend; gute Wärmedämmung; umweltschonende Herstellung; günstige Energiebilanz; schalldämmend.
Negative ökologische Aspekte Brennbar; geringe Produktion.

Die nachwachsenden Fasern bieten einen neuen Einkommenszweig. Zu untersuchen ist jedoch das Verstaubungsverhalten der Dämmstoffe bei der Produktion und beim Einbau (Pflanzenfasern sind noch nicht annähernd so untersucht wie Mineralfasern) und eine mögliche Allergiebildung bei Gebäudenutzern. [135]

Baumwolle
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,04
Diffusionswiderstandszahl μ 1 – 2
Gewicht kg/m3 20-60 Matten; 25-30 Blaswolle 55
Günstige ökologische Aspekte Diffusionsoffen; feuchteausgleichend; sehr gute Wärmeisolierung; elastisch; schall- u. trittschalldämmend; nachwachsender Rohstoff; langlebig; stark Wasser abweisend; mottensicher.
Negative ökologische Aspekte Große Transportwege; Pestizidbehandlung; intensive Düngung; riesige Monokulturen (5 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche); künstliche Bewässerung (pro m³ bzw. 20 kg Dämmstoff, 156 kWh/m³ Endenergieverbrauch, 206 kWh/m³ Primärenergieverbrauch, 1270g/m³ Stickstoffdünger, 618 g/m³ Phosphatdünger, 990 g/m³ Kaliumdünger, 44 kg Bodenerosion/1kg bei regenreichen und 2-3 kg auf trockenen Standort, Krankheiten bei den Baumwollarbeitern durch Pestizide [es sterben ca. 0,5 Mio. Menschen pro Jahr durch die Einwirkung der Pestizide], Stäube, Kinderarbeit.

Mechanisch verfestigte Dämmmatten in Dicken von 50 bis 200 mm, Brandschutzklasse B2 mit 3 % Borate, B1 wird mit erhöhtem Einsatz von Borsalze von 7 – 8 % erzielt. Baumwolldämmung findet Anwendung für Steildächer, Hohlräume, Trennwände und Decken. Trittschalldämmmatten von 4 – 10 mm bringen unter einem schwimmenden Estrich von 70 kg/m² eine Trittschallverbesserung von 17 bis 22 dB. [136]

Blähton
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,1 -0,23
Diffusionswiderstandszahl μ 5-10 Steinmauerwerk; ca. 50 Isolierton; 150 Leichtbeton; fast 0 Schüttung
Gewicht kg/m3 290-810
Günstige ökologische Aspekte Sehr wärmeisolierend, wärmespeichernd, hohe Druckfestigkeit, resistent gegen Ungeziefer, brandbeständig, unempfindlich gegen Feuchtigkeit, beständig gegen chemische Einflüsse.
Negative ökologische Aspekte Zentrale Produktion, daher höhere Transportkosten; hohe Blähtemperatur 1200ºC.
Perlite
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,045 -0,05
Diffusionswiderstandszahl μ 2-5
Gewicht kg/m3 100 Schüttung
Günstige ökologische Aspekte Gute Wärmeisolierung; nicht brennbar A1; ungezieferfest; schrumpffest; vielseitig verwendbar; diffusionsoffen; dauerhaft; trocken; feuchtigkeitsbeständig, kapillarleitfähig, direkt wieder verwendbar.
Negative ökologische Aspekte Hoher Staubanteil bei der Verarbeitung; zum Teil Silikonisierung; zum Teil Bitumisierung; hoher Energiebedarf bei Blähung; Transportwege.

Ein wasserhaltiges, vulkanisches Glasgranulat. Es wird durch das darin enthaltene und bei raschem Erhitzen auf 800 bis 1. 200ºC verdampfende Wasser ungefähr auf das 20-Fache des ursprünglichen Volumens aufgebläht, wobei die Oberfläche der Teilchen versintert. Das Material hat sehr gute Eigenschaften zur Wärmedämmung, nimmt kein Wasser auf und ist frostsicher. Verwendet wird es als Dämmschüttung und als Leichtzuschlag bei Leichtmörtel, Dämmputzen, Feuerschutzmörteln und –putzen sowie in Leichtbetonsteinen und –elementen. Nicht brennbar, Baustoffklasse A 1.

Holzwolle-Leichtbauplatten
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,09 – 0,1
Diffusionswiderstandszahl μ 6
Gewicht kg/m3 300 – 400
Günstige ökologische Aspekte Feuchteausgleichend; lokal verfügbar; brandhemmend; magnesitgebunden; elastisch; spannungsfrei; schalldämmend; gute Putzhaftung; geruchsneutral; elektrisch neutral;
Negative ökologische Aspekte Befestigung schwerer Teile nur mit Spezialmaßnahmen; relativ hohe Wärmeleitfähigkeit.

Ihre Wärmedämmeigenschaften sind wesentlich schlechter als bei den anderen Dämmstoffen. Sie finden vorwiegend als Putzträger Anwendung. Die Herstellung erfolgt aus Restholz und steht daher in größeren Mengen zur Verfügung.

Holzfasern (Einblas-Dämmstoff)
Es findet Anwendung im Aufblasverfahren, z. B. in eine Holzbalkendecke, oder im Einblasverfahren in geschlossene Gefache, z. B. Dach oder Außenwände. Produkt z. B. emfacell®, dem Produkt wird 2 % Boratlösung als Schädlingsschutz und 6 % Ammonium-Phosphatgemisch als Brandhemmer beigemengt. [159]


Zelluloseflocken
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,04 – 0,045
Diffusionswiderstandszahl μ 1 -1,5
Gewicht kg/m3 55 (Flocken); 70-100 (Platten)
Günstige ökologische Aspekte Diffusionsoffen; wieder verwendbar; gute Wärmedämmung; gute Luftschallabsorption; fugenlose; Hohlraumfüllung; feuchteausgleichend; winddicht; ungezieferfest sorptionsfähig,hygroskopisch, kapillarleitfähig; Verwendung für Decken, geneigtes Dach innen, sehr gute Wärmespeicherkapazität von ca. 2 kJ.
Negative ökologische Aspekte Staubbelastung bei Einblasdämmstoffen, Borsalze zur Brandschutzverbesserung.

Dämmplatten werden überwiegend aus Altpapier hergestellt, mit Naturharz gebunden und mit Jute ausgesteift. Isofloc mit 75 mm bringt auf einer Massivdecke eine Trittschallverbesserung um 31 dB, 45 mm auf einer Holzbalkendecke von 18 dB. [136] Normal entflammbar, Baustoffklasse B2.

Kork (Naturkorkschrot)
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,04 – 0,045
Diffusionswiderstandszahl μ 5 – 30
Gewicht kg/m3 80 – 120
Günstige ökologische Aspekte Wärmeisolierend; wärmespeichernd; warme Oberfläche; nachwachsender Rohstoff; angenehmer Farbton; elastische Oberfläche, sorptionsfähig, hygroskopisch; Verwendung für Decken, Fußboden, geneigtes Dach.
Negative ökologische Aspekte Lange Transportwege; begrenzte Vorräte; geringe Feuchtigkeitsbeständigkeit; Eigengeruch verflüchtigt sich; mit Kunstharzen verklebte Produkte meiden.

Er wird eingesetzt als Schrot in Schüttungen für Fußboden, Wand und Dachschräge. Es erfordert daher immer ein mehrschaliger Aufbau. Mittlerweile kommt es zu Qualitätseinbußen durch Überdüngung der Korkeiche (Pilzbefalls des Korks). Preislich ist Kork keine Alternative zu industriellen Dämmstoffen. Die Korkstäube sind aggressiv. [136] Normal entflammbar, Baustoffklasse B2.

Strohplatten
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,12
Diffusionswiderstandszahl μ 1 – 2
Gewicht kg/m3 400
Günstige ökologische Aspekte Umweltschonende Herstellung; günstige Energiebilanz; diffusionsoffen, geschlossener Stoffkreislauf; lange haltbar; schalldämmend; wieder verwertbar; schädlingsresistent; feuchteausgleichend.
Negative ökologische Aspekte Sperrig; schwer bearbeitbar; schlechtere Dämmeigenschaft.

Sie sind Nischenprodukte, z. T. in der Brandschutzklasse B3, deren Verwendung im Bauwesen nicht zulässig ist (technische Einsatzbeschränkungen). Normal entflammbar, Baustoffklasse B2.

Glas- und Steinwolle
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,035 – 0,05
Diffusionswiderstandszahl μ 1
Gewicht kg/m3 50 – 250
Günstige ökologische Aspekte Wasserdampfdurchlässig, nicht brennbar, nicht verrottbar, ungeziefersicher daher kein Biozideinsatz, gutes Alterungsverhalten, einheimischer mineralischer Rohstoff, zum Teil Recyclateinsatz, Inertstoffdeponie wenn < 5 % Bindemittel.
Negative ökologische Aspekte Lungengängige Fasern in Spuren bei Verarbeitung und Rückbau, Einsatz von Kunstharzen (aber keine Formaldehydemission).

Die Verfügbarkeit der Rohstoffe (Basalt/Diabas, Kalk, Feldspat, Sand, Dolomit, Soda, Altglas u. a.) für die Herstellung der Mineralfasern ist annähernd unbegrenzt. Ebenso steht genügend Basaltgestein für die Herstellung von Steinwolle zur Verfügung. Mineralwolle-Dämmstoffe dominieren beim Ausbau in den Wänden und abgehängten Decken. Sie erfüllen in dieser Konstruktion die Schall- und Brandschutzaufgaben. Als weiche, federnde Verbindung bieten sie einen guten Trittschallschutz. [136] Nicht brennbar, Baustoffklasse A1/A2.

EPS- Expandiertes Polystyrol (Hartschaumplatten)
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,025 – 0,04
Diffusionswiderstandszahl μ 20 – 300
Gewicht kg/m3 15 – 80
Günstige ökologische Aspekte Nicht verrottbar, zum Teil Recyclateinsatz, kein Biozideinsatz.
Negative ökologische Aspekte Nicht regenerierbarer Rohstoff aus der Chlor- und Erdölindustrie, sehr umweltbelastende Brandschutzmittel, nicht unschädlich vernichtbar, nicht sicher vor Ungeziefer, nimmt Feuchtigkeit auf. [137]

Die Hohe mechanische Festigkeit bedeutet gleichzeitig eine hohe dynamische Steifigkeit und hat somit ungünstige akustische Eigenschaften. In vielen Fällen ist die Anwendung von EPS in Ausbauwänden aus Gründen des Brandschutzes baurechtlich untersagt [136] Schwer / normal entflammbar, Baustoffklasse B1/B2. Einsatzbereich: Dach, Außenwand, Innenwand, Kerndämmung (mit Zulassung) und Fußboden.

XPS- Extrudiertes Polystyrol (Hartschaumplatten)
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,035
Diffusionswiderstandszahl μ 80 – 300
Gewicht kg/m3 > 25
Günstige ökologische Aspekte Nicht verrottbar, sehr geringe Wasseraufnahme (geschlossene Zellstruktur), kein Biozideinsatz, druckfest.
Negative ökologische Aspekte Nicht regenerierbarer Rohstoff aus der Chlor- und Erdölindustrie, nicht unschädlich vernichtbar, nicht sicher vor Ungeziefer, Brandschutzmittel, viele Platten enthalten noch Reste von HFCKW, weitgehend dampfdicht. [137]


PUR-Polyurethan (Hartschaumplatten)
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,025 – 0,035
Diffusionswiderstandszahl μ 30 – 100
Gewicht kg/m3 30 – 40
ökologische Aspekte Nicht verrottbar, sehr geringe Wasseraufnahme (geschlossene Zellstruktur), druckfest, kein Biozideinsatz.
Negative ökologische Aspekte Nicht regenerierbarer Rohstoff aus der Chlor- und Erdölindustrie, nicht unschädlich vernichtbar, Brandschutzmittel, viele Platten enthalten noch Reste von HFCKW, weitgehend dampfdicht. [137]

Diese Schaumstoffe sind wegen ihrer hohen Druckfestigkeit und somit hohen dynamischen Steifigkeit für akustisch wirksame Konstruktionen nicht geeignet. In vielen Fällen verbieten Brandschutzanforderungen ihren Einsatz im Ausbau. Werden besonders in der Aufsparrendämmung und in Decken sowie zur nachträglichen Innendämmung verwendet [136] Schwer/normal entflammbar, Baustoffklasse B1/B2. Einsatzbereich: Dach, Gründach, Fundamente (mit Zulassung), Kerndämmung und Innenwand.

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